Schneller Deutsch lernen mit den Sprachlotsinnen - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Schneller Deutsch lernen mit den Sprachlotsinnen

08.03.2016: Seit September 2015 stehen im Landkreis zwei Sprachlotsinnen für zusätzlichen Deutschunterricht zur Verfügung. Sie betreuen aktuell 39 Schülerinnen und Schüler, die überwiegend aus Polen, Rumänien und Griechenland stammen.

Besuch im Unterricht der Sprachlotsinnen
Besuch im Unterricht der Sprachlotsinnen
Ziel dieses Projektes des Regionalmanagements Donau-Ries in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt ist es, dass die Kinder schneller Deutsch lernen und sich besser integrieren können.

Eine Erhebung des Regionalmanagements hatte gezeigt, dass jährlich rund 100 Kinder aus Ländern der Europäischen Union ohne jegliche Deutschkenntnisse an die Schulen im Landkreis kommen. „Mit dem Projekt Sprachlotsen leistet der Landkreis einen Beitrag, um möglichst viele von ihnen schnell zu integrieren“, erklärt Regionalmanager Klemens Heininger.

Im September 2015 startete das Projekt, die ersten Ergebnisse sind durchweg positiv. Die zwei Sprachlotsinnen unterrichten an der Hans-Schäufelin-Grundschule Nördlingen und der Mittelschule Nördlingen sowie in der Ludwig-Auer-Mittelschule Donauwörth. Carmen Troch, Sprachlotsin in Nördlingen erzählt: „An der Hans-Schäufelin-Grundschule in Nördlingen liegt der Fokus auf dem spielerischen Spracherwerb und der Hilfestellung bei den Hausaufgaben. Mit Hilfe von verschiedenen Projekten werden in fünf Gruppen Schüler gefördert. Im Rahmen dieser gemeinschaftsfördernden Aktionen werden z.B. Spezialitäten aus den Herkunftsländern gekocht, erzählt, gelesen, gespielt oder Geschichten erfunden und spielerisch oder gestalterisch umgesetzt.“

In Donauwörth handelt sich um Kinder, die zu Beginn des Projekts noch keine Deutschkenntnisse aufwiesen. Daher finden die Kurse dort in kleinen Gruppen statt. Neben dem Schwerpunkt Spracherwerb stehen auch Aktionen zur Persönlichkeitsentwicklung auf dem Programm. „Dies können beispielsweise Bastelangebote, gemeinsames Feiern von Festen oder verschiedene Spiele sein“, erklärt Barbara Hettenkofer, Sprachlotsin der Kolping Akademie in Donauwörth. Werner Freißler, Rektor der Ludwig-Auer-Mittelschule, zeigt sich überzeugt von der Arbeit der Sprachlotsinnen: „Nach fünf Monaten wurde der Stand der Deutschkenntnisse in einem schriftlichen und mündlichen Test ermittelt. Aus diesem ergab sich, dass drei Schüler bereits so gute Fortschritte gemacht haben, dass sie in weiterführende Kurse aufrücken können.“ Auch sei die Freude, die Begeisterung und das Engagement der Schüler, mit denen sie die Fördermaßnahmen angehen, in den Gruppenstunden deutlich zu sehen.

„Mit diesem Projekt wollen wir Kinder mit Migrationshintergrund aus der Europäischen Union ohne Deutschkenntnisse schneller in den Regelunterricht integrieren und so auch zur Willkommenskultur und zur Fachkräftesicherung beitragen“, erklärt Landrat Stefan Rößle auf die Frage, warum der Landkreis hier tätig wurde. Die Sprachlotsen stellen eine Ergänzung des vielfältigen Sprachangebots der Schulen dar. „Die Aufgaben des Lotsen ersetzen nicht die bereits vorhandenen Aktivitäten der ehrenamtlichen Helfer und Verbände im Bereich Schule und Sprachförderung, sondern ergänzen und verbinden diese“, betont Schulamtsdirektorin Renate Heinrich. Sie hatte zusammen mit Regionalmanager Heininger das Projekt initiiert. Daher wird es auch aus dem Fördertopf Regionalmanagement des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat bezuschusst. Die Kolping Akademie Donauwörth wurde mit der Umsetzung des Projektes betraut.

Über das gelungene Projekt „Sprachlotsinnen“ berichtet übrigens Augsburg TV am 10.03.2016 in der Sendung „Zwischen Donau und Ries“ um 18:30 Uhr.

Bildunterschrift:
Besuch im Unterricht der Sprachlotsinnen (v.l.n.r.): Rektor Werner Freißler (Ludwig-Auer-Mittelschule Donauwörth), Sprachlotsin Barbara Hettenkofer (Kolping Akademie in Donauwörth), Konrektorin Heike Ritzka (Ludwig-Auer-Mittelschule Donauwörth), Schulamtsdirektorin Renate Heinrich und Regionalmanager Klemens Heininger
Bild: Lukas Baumann