Baulücken vermarkten – Ortskerne beleben - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Baulücken vermarkten – Ortskerne beleben

09.05.2016: Im Rahmen des Konversionsmanagement unterstützt der Landkreis Donau-Ries Kommunen bei ihrer Innenentwicklung. Ziel ist es, Städte und Gemeinden bei der Erfassung und Aktivierung ihrer innerörtlichen Baupotenziale wie Baulücken, Leerständen und Brachflächen zu unterstützen. Inzwischen wurde eine Eigentümerbefragung durchgeführt, die sehr positive Ergebnisse lieferte.

Barbara Wunder ist die neue Konversionsmanagerin
Die Modellkommunen Fünfstetten, Kaisheim, Monheim, Nördlingen, Oettingen und Wemding haben sich seit Beginn des Projektes mit Hilfe der Flächenmanagement-Datenbank des LfU (Landesamt für Umweltschutz) einen Überblick über Baulücken, Leerstände und Leerstandrisiken verschafft. Diese befinden sich in der Regel im Privateigentum. Um eine realistische Einschätzung der tatsächlich verfügbaren Grundstücke und Objekte zu erhalten, wurden Anfang des Jahres alle Baulückeneigentümer und Eigentümer von Leerständen befragt.

Eigentümeransprache mit erfolgreichen Ergebnissen

Insgesamt wurden in Fünfstetten, Monheim, Oettingen und Nördlingen mehr als 400 Eigentümer von innerörtlichen Leerständen, Brachflächen und Baulücken angeschrieben. Die Kommunen Wemding und Kaisheim folgen noch. Vor allem die Verkaufsbereitschaft und der Beratungsbedarf wurden abgefragt. Im Schnitt hat bei der freiwilligen Befragung über die Hälfte geantwortet. Wie erwartet, möchte ein Großteil der Eigentümer ihr Grundstück für die Nachkommen bewahren, als Vermögensanlage nutzen oder auch selbst bebauen. Bis zu einem Viertel der Eigentümer, die sich zurückgemeldet haben, können sich jedoch vorstellen, das Grundstück zu verkaufen. Bisher kamen so bereits über 40 Baulücken und Leerstände mit konkreter Verkaufsabsicht zusammen. Dieses Angebot gilt es nun für Bauwillige, die gezielt die innerörtlichen Lagevorteile nutzen möchten (z. B. kurze Wege zu Infrastruktur, gewachsene Grünstrukturen), sichtbar zu machen. Landrat Stefan Rößle lobt die erfolgreiche Arbeit des Modellprojektes und macht deutlich, dass eine öffentlichkeitswirksame Vermarktung der Objekte für die Belebung der Ortskerne eine Kernaufgabe darstellt.

​Nächste Schritte im Modellprojekt

Die nächsten Schritte im Modellprojekt konzentrieren sich daher auf die Vermarktung der erfassten Baulücken und Leerstände, betont Konversionsmanagerin Barbara Wunder. So sollen die Exposés auf dem Regionalportal von DONAURIES unter www.donauries.bayern öffentlichkeitswirksam vermarktet werden. Das Regionalportal wird Anfang Juni starten – ab dann können sich Kaufinteressenten mit Exposés informieren. Auch Vermarktungsunterlagen für Kommunen im Printbereich sowie Handlungsempfehlungen sind geplant.

Für jede Kommune werden so genannte Innenentwicklungslotsen ernannt, die allen Bürgerinnen und Bürgern für Fragen zum Wohnen, Arbeiten und Bauen im Bestand zur Verfügung stehen. Diese können die richtigen Ansprechpartner bei Behörden und Förderinstitutionen vermitteln, kennen gute Beispiele aus der Praxis, wo sich schon jemand z. B. an den Umbau einer Hofstelle gewagt hat, und wissen über Fördermittel Bescheid. Der Landkreis schließt sich mit den Innenentwicklungslotsen einem innovativen Angebot an, das bisher nur wenige Landkreise in Bayern bieten. Für eine nachhaltige positive Entwicklung ist es jedoch notwendig, den Prozess zu verstetigen und in regelmäßigen Abständen die innerörtlichen Leerstände und Baulücken weiterhin zu erfassen. Das Konversionsmanagement steht dabei als Ansprechpartner für Kommunen und Bürger zur Verfügung.