6. Spezialforum Innovation 2020 am Technologie Centrum Westbayern - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

6. Spezialforum Innovation 2020 am Technologie Centrum Westbayern

24.10.2014: Neue Ideen, Produkte, Verfahren und Dienstleistungen - Innovationen - sind das Wachstumspotential und die Zukunftssicherung für Unternehmen. Dieser rote Faden zog sich durch 9 hochkarätige Gastreferate beim 6. Spezialforum "Innovation 2020" am Technologie Centrum Westbayern (TCW).

"Erfolgsfaktoren des Innovationsmanagements sind eine gründliche Marktbeobachtung, ein funktionierendes Ideenmanagement, eine sorgsame Beobachtung von Trends und Mitbewerbern, gelebte Innovationsprozesse, der intensive Austausch mit Kunden und Lieferanten sowie das rechtzeitige Erkennen ihrer Bedürfnisse“, führte Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW) in das Thema ein. Wie man seine Innovationsfähigkeit wirksam steigert, sich Innovationen systematisch erarbeitet, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen gestaltet, Marktchancen rechtzeitig erkennt, stand im Mittelpunkt der Gastvorträge.

Annika Singer (GfK, Nürnberg) erinnerte daran, bei allen Innovationsbemühungen sich stets die Brille der Kunden aufzusetzen und daraus ein Nutzenbündel abzuleiten. Grundlegende Kundenbedürfnisse seien Sicherheit, Wohlbefinden, Belohnung und Freiheit.
"Eine Revolution im Automobilbau ist das neue Elektroauto BMW i3", so Andreas von Löwenich (BMW, München). Höchste Priorität bei der Produktentwicklung habe das Thema Fahrspaß eingenommen. Doch die Produktion von Elektroautos zieht viele Veränderungen nach sich. "Es gibt keine B-Säule mehr, maßgebliche Teile der Fahrgastzelle sind aus CFK Verbundfasertechnik, Klebetechnik ersetzt das Schweißen, Getriebe gibt es nicht mehr, dafür Elektromotoren, Batterien und ein ganz neuer Antriebsstrang", beleuchtet von Löwenich die technologischen Umbrüche. "Wir produzieren in Leipzig nach ganz anderen Verfahren." Der Erfolg kann sich sehen lassen. "Wir können im Moment die Nachfrage gar nicht befriedigen", so Löwenich. "Das Konzept i3 ist rund:
50 % Treibhauspotential wurde eingespart. 100 % regenerative Energiequellen ermöglichen die Produktion. 80 % der Aluminiumteile, die noch zum Einsatz kommen sind Sekundäraluminium."

Martin Wöhrle (ebenfalls BMW, München) stellte das Aufgabengebiet der Technologieerkennung vor. Dabei müsse man schwache Veränderungssignale frühzeitig erkennen und die richtigen Schlüsse ziehen. Die Automobilbranche sieht er vor großen Veränderungen. "Google und Konsorten haben mit ihrer 18-jährigen Firmengeschichte keinen Respekt vor unserer über 100-jährigen Erfahrung im Bau von Verbrennungsmotoren", umreißt Wöhrle plakativ den Handlungsbedarf. Und die Technologiefrüherkennung muss Innovationsimpulse als neue Antworten darauf liefern.

Dr. Markus Ernst (LEONI Bordnetz-Systeme GmbH, Kitzingen) zeigte auf, wie in seinem Automobilzulieferunternehmen ein Technologieentwicklungsplan aus Trendreviews abgeleitet wurde. Dabei schlägt sein Herz für die Bionik. Er zeigte auf, welchen Einfluss einige Vorbilder aus der Natur auf Neuentwicklungen von Kabelnetzen haben.
Jürgen Ach (MASCHINENFABRIK REINHAUSEN GmbH, Regensburg) erläuterte, wie ein Mittelstandsunternehmen im Maschinenbau sich der Herausforderung "Innovation" nähere. Dabei setzt er auf viele Gespräche mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten.
Peter Kitzer (3M, Neuss) gab Einblick, wie Innovation in seinem, oft als Vorzeigeunternehmen zitierten Unternehmen erfolgt. "15 % unserer Arbeitszeit kann jeder Mitarbeiter bei uns für völlig neue Ideen und Entwicklungen da sein. Wer nichts riskiert und dabei auch Fehler machen darf, erfindet nichts Neues, wie zum Beispiel die Post-It Notizen seinerzeit bei 3M.
Hans-Jürgen Thönnißen-Fries (ESG Elektroniksystem- und Logistik GmbH, Fürstenfeldbruck) setzt bei sich im Unternehmen ganz auf Weiterbildung und den Einsatz von Technologieexperten. Dabei nutzt er ein firmeninternes Wikipedia, auf das jeder zugreifen kann.

Dr. Alexander Meißner (Dürr Systeme GmbH, Bietigheim-Bissingen) findet es höchste Zeit, intelligente Roboter für stupide, sich wiederholende Tätigkeiten in Unternehmen einzusetzen. Lösungsansätze für die Mensch-Roboter Kooperation standen im Zentrum seiner Ausführungen.

Dominik Bösl (KUKA AG, Augsburg) beschloss mit seinem leidenschaftlichen Vortrag den Tag. Roboter werden in Zukunft die Menschen an den Arbeitsplätzen unterstützen, ist er sich sicher. Auf diesem Weg sieht er vier Entwicklungsschritte: die Automation, die Mensch-Roboter-Kooperation, die mobile Servicerobotik und die kognitive Robotik mit Bildführung. In ca. 5 Jahren werden die heutigen Berührungsängste überwunden sein, so Bösl. "Bald sprechen wir von Robotic Natives, die wie die heutigen Digital Natives gar nichts anderes kennen, als das ganz selbstverständliche Mit-einander von Mensch und Roboter.

Zwischen den Vorträgen blieb Zeit für engagierte Diskussionen. Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, die VDI/VDE Bezirksvereine Augsburg und der Cluster Sensorik Mechatronik & Automation. Weitere Informationen im Internet unter www.tcw-donau.-ries.de.